21.06.2015 – Honigverarbeitung

Im  letzten Beitrag habe ich die Arbeitsschritte während der Honigernte beschrieben. Nach dem Schleudern und Sieben fließt der goldgelbe bis braune flüssige Honig in die bereitgestellten Eimer. Jeder Eimer wird mit einem Deckel luftdicht verschlossen und zunächst für einige Tage bei Zimmertemperatur gelagert. In dieser Zeit “klärt” sich der Honig, Luft und feine Wachsteilchen im Honig steigen auf und sammeln sich an dessen Oberfläche. Mit einem Spachtel werden diese von der Oberfläche entfernt. Nach zwei bis drei Tagen sind so alle restlichen Schwebstoffe abgetragen. Der Honig ist klar und wird für den weiteren Reifungsprozess an einen kühlen und dunklen Ort gestellt.

Nach drei bis zehn Tagen bilden sich Schlieren im Honig, diese  zeigen an das die Kristallisation einsetzt. Die im Honig gelösten Zuckermoleküle, vorwiegend Glukose und Fruktose bilden feine Kristalle an denen sich das einfallende Licht bricht und so den Honig weiß aussehen lässt. Jetzt beginnt die Zeit des Rührens. Damit der Honig eine cremige Konsistenz bekommt, wir er jetzt ein bis zweimal täglich gerührt. Die sich bildenden Zuckerkristalle werden dadurch zerkleinert, der Honig erhält dadurch eine feincremige Konsistenz. Wie langen und oft gerührt wird, ist abhängig vom Kristallisationsvorgang, der je nach Zusammensetzung des Honigs unterschiedlich verläuft. In der Regel ist der Frühjahrshonig nach einer Woche auskristallisiert. Der Honig ist jetzt zähflüssig bis fest.

Im nächsten Schritt wird der Honig in Gläser gefüllt. Hierfür wird er in einem Wärmeschrank 24 Stunden auf maximal 35 C° erwärmt. Viele Inhaltsstoffe des Honigs sind wärmeempfindlich, aus diesem Grund muss das Erwärmen langsam unter Beachtung der Maximaltemperatur erfolgen. Nach 24 Stunden im Wärmeschrank ist der Honig zähflüssig und kann in eine Abfüllkanne umgefüllt werden.

Vor dem Abfüllen werden Gläser und Deckel in der Spülmaschine gründlich gesäubert, langsam fließt der zähflüssig Honig aus der Abfüllkanne ins Glas. Mit Hilfe eine Waage wird kontrolliert, ob das auf dem Etikett angegebenen Gewicht tatsächlich im Glas vorhanden ist. Im letzte Schritt bekommt jede Glas ein   Etikett mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Mindesthaltbarkeitsdatum. Ich fülle zur Zeit meinen Honig in Gläser des Deutschen Imkerbunds (DIB) und in sogenannte Neutral-Gläser ab.

Der Weg des Honigs aus der Wabe ins Glas ist geprägt von viel liebevoller Handarbeit. Zusammen mit meiner Tochter und meinem Sohn haben ich ein eigenes Etikett mit dem Logo der Kreuzkapelle und der Überschrift “Blütenhonig aus Bad Camberg” entworfen. Ich möchte damit die regionale Herkunft meines Honigs und die Liebe zu einem naturreinen Produkt unterstreichen.

Um eine cremigen Honig zu erhalten wird er gerührt.

Um eine cremigen Honig zu erhalten wird er gerührt.

Aus der Abfüllkanne fließt der Honige in das bereitgestellte Glas

Aus der Abfüllkanne fließt der Honige in das bereitgestellte Glas

Honiggläser

Honiggläser

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